Weiterbildung mit Tradition

 
Bereits im November 1946 beschließt der Stadtrat von Schwandorf, das "Volksbildungswerk Schwandorf" (ab 1981: Volkshochschule Schwandorf) zu gründen. Schon ein Jahr später, im Oktober 1947, wird das "VBW Schwandorf" im Union-Theater mit einem Vortrag feierlich eröffnet. Im Februar 1948 erlässt der Stadtrat von Schwandorf die Satzung des VBW-Schwandorf: "Das Volksbildungswerk ist ein gemeinnütziger Betrieb, der dem Zweck der ausschließlichen und unmittelbaren Förderung der Allgemeinheit im Hinblick auf Wissenschaft, Kunst, Religion, Volks- und Berufsbildung dient".
 
Mit der Genehmigung dieser Bildungseinrichtung durch das Bayerische Staatsministerium für Unterricht und Kultus im Juli 1948 gehört die Volkshochschule Schwandorf auch zu den ältesten kommunalen Erwachsenenbildungseinrichtungen in Bayern. Über 30 Jahre wird das "VBW-Schwandorf" ehrenamtlich geleitet und verwaltet, bis 1977 eine Geschäftsführerin u.a. für das VBW-Schwandorf angestellt wird, da die enorme Nachfrage nach Bildungsangeboten und die deutliche Ausdehnung des vhs-Programms nur noch mit einer professionellen Besetzung bewältigt werden können.

Sitz des kommunalen Weiterbildungszentrums Volkshochschule ist seit 2012 der ehemalige Pfleghof, ein historisches Gebäude im Zentrum von Schwandorf, gleich neben der Jakobskirche. Hier stehen der vhs moderne Büro- und Unterrichtsräume in einem einmaligen Ambiente zur Verfügung.


Chronik der Volkshochschule Schwandorf

 
11.11.1946
Beschluss des Stadtrats von Schwandorf, das "Volksbildungswerk Schwandorf" zu gründen

18.06.1947
Erste Vorbesprechung zur Gründung des "VBW-Schwandorf"

09.07.1947
Erste Kuratoriumssitzung: Dr. Franz X. Gaar wird zum Leiter des VBW-Schwandorf gewählt.

03.10.1947
Feierliche Eröffnung des VBW-Schwandorf im Union-Theater in Schwandorf vor ca. 500 Personen

06.10.1947
Der erste Kurs des VBW-Schwandorf, ein Zeichenkurs unter der Leitung von Theo Rathgeber, kann mit 40 Teilnehmern beginnen.

November 1947
Verschiedene Kurse müssen verschoben oder abgesagt werden, da die Überprüfung der Dozenten durch die Militärregierung noch nicht abgeschlossen ist.

Dezember 1947
Verschiedene Vorträge des VBW-Schwandorf müssen wegen Brennstoffmangels und der großen Kälte abgesagt werden.

24.02.1948
Der Stadtrat von Schwandorf erlässt eine Satzung für das VBW-Schwandorf

April 1948
Gründung eines gemischten Chors und eines Kammerorchesters unter der Leitung von Adolf  Wörz. Das VBW-Schwandorf erhält den Fachbereich "Musik".

20.06.1948
Nach der Währungsreform hat das VBW-Schwandorf kein Guthaben mehr: Das VBW-Vermögen wird, da es Gemeindegut ist, nicht aufgewertet. Die Stadt Schwandorf gewährt aus dem "Kulturzehnerl" einen Zuschuss.

22.07.1948
Genehmigung des VBW-Schwandorf durch das Bayerische Staatsministerium für Unterricht und Kultus.

15.12.1948
Regierungsrat August Stich, der damalige Leiter des Finanzamtes Schwandorf, wird neuer Leiter des VBW-Schwandorf.

31.05.1949
Aufführung von Haydns "Die Schöpfung" unter der Leitung von Adolf  Wörz in der Naabhalle in Schwandorf

01.09.1951
Studienrat Dr. Gerhard Peschutter übernimmt die Leitung des VBW-Schwandorf.

Herbst 1953
Das "Volksbildungswerk Schwandorf" wird in der Oberrealschule Schwandorf (dem späteren "Carl-Friedrich-Gauß-Gymnasium") aufgenommen: die Geschäftsführung des VBW-Schwandorf erfolgt bis 1981 vom Sekretariat des Gymnasiums aus.

In den folgenden Jahren wird das Angebot des VBW-Schwandorf systematisch auf- und ausgebaut: Zusätzlich zu den Einzelveranstaltungen (Vorträge, Konzerte) werden v.a. Sprach- und Buchführungskurse angeboten. Seit 1957 gibt es am VBW-Schwandorf Kurse im hauswirtschaftlichen Bereich, 1961 kommen Angebote im Fachbereich "Naturwissenschaft und Technik" dazu und seit 1965 gibt es Seminare in den Bereichen "Gesundheit" und "Musisches/Kreatives".

20.10.1963
Studienprofessor Alois Bernhard übernimmt die Leitung des VBW-Schwandorf.

1968 - 1969
Das VBW-Schwandorf wird von Studienrat Dr. Hans Peter Fischer geleitet.

Ab März 1969
ist Dr. Johannes Förster der Leiter des VBW-Schwandorf.

Von April 1969 bis Dezember 1980
übernimmt Hans Duschner ehrenamtlich die Geschäftsführung des VBW-Schwandorf.

Herbst 1972
Nach längerer Pause erscheint das VBW-Programm wieder als gedruckter Arbeitsplan.

19.11.1973
Gründung der "Arbeitsgemeinschaft der Volksbildungswerke im Landkreis Schwandorf e.V.", an der sich das VBW-Schwandorf beteiligt. Zu den Aufgaben der ArGe gehört die Koordinierung der Veranstaltungen der einzelnen Volksbildungswerke und die Schaffung eines flächendeckenden Angebots im Landkreis Schwandorf.

Herbst 1973
Gründung der "Musikschule" im VBW-Schwandorf. Allein im ersten Arbeitsjahr der "Musikschule" werden 16 Instrumentalkurse angeboten.

1976
Gründung der "Jugendblaskapelle des VBW-Schwandorf"

02.01.1977
Anstellung einer hauptamtlichen pädagogischen Mitarbeiterin/Geschäftsführerin für die "Arbeitsgemeinschaft der Volksbildungswerke im Landkreis Schwandorf e.V."

01.08.1977
Anstellung einer Verwaltungsangestellten für das VBW-Schwandorf über ABM-Förderung. Das VBW-Schwandorf erhält zwei Büroräume im "Ott-Haus", Kirchengasse 2.

01.10.1979
Festanstellung der Verwaltungsangestellten durch die Stadt Schwandorf.

September 1980
Das Volksbildungswerk Schwandorf richtet den Lehrgang "Nachholen des qualifizierenden Hauptschulabschlusses" ein. Anstellung von zwei hauptamtlichen Lehrkräften über ABM für den "HASA-Lehrgang"

April 1981
Das VBW-Schwandorf bezieht eigene Räume im ehemaligen Stettner-Haus in der Brauhausstr. 9. Das VBW-Schwandorf erhält eine weitere Verwaltungskraft auf Stundenbasis.

20.05.1981
Umbenennung des „Volksbildungswerks Schwandorf“ in „Volkshochschule Schwandorf“

1982
Die VHS-Schwandorf organisiert über 300 Lehrveranstaltungen, an denen über 7.600 Bürger/innen teilnehmen.

1983
Anstellung einer hauptamtlichen pädagogischen Mitarbeiterin/Geschäftsführerin und einer Verwaltungsangestellten (halbtags) für die Volkshochschule Schwandorf

September 1983
Einrichtung eines Tageslehrgangs zum Nachholen des qualifizierenden Hauptschulabschlusses für arbeitslose Jugendliche/junge Erwachsene. Anstellung von zwei weiteren arbeitslosen Lehrern/Dipl.-Pädagogen auf Zeit.

September 1985
Erstmals wird in allen 11 Fachbereichen der VHS- Schwandorf mindestens ein Kurs oder Vortrag angeboten. Ausbau des Fachbereichs „Gesundheit“ durch ein eigenständiges Programm der „AKTION GESUNDHEIT“

01.08.1990
Nach einundzwanzigjähriger Leitungstätigkeit übergibt Dr. Johannes Förster die Leitung an Franz Xaver Huber.

1994
Die VHS-Verwaltung wird auf EDV umgestellt.

1998
Die Volkshochschule installiert ihr modernst ausgestattetes EDV-Schulungszentrum mit 12 Arbeitsplätzen im Stettner-Haus, Brauhausstr. 9.

ab 1998
Ausbau des Programmangebots für Frauen und des Schwerpunkts „50 aufwärts“

2000
Übernahme des bayernweit einheitlichen Marktauftritts der Volkshochschulen mit einem gemeinsamen Logo und Neugliederung der Fachbereiche in „Gesellschaft“, „Beruf und Karriere“, „Sprachen“, „Gesundheit“, „Kultur“, „Spezial“

ab 2001
wird das Frühjahr-/Sommersemester der vhs-Schwandorf jeweils unter ein Motto gestellt: Die "Schwandorfer Tage des Wassers" bilden den Auftakt der Veranstaltungsreihe.

2004
Mittlerweile organisiert die Volkshochschule pro Jahr über 700 Veranstaltungen mit ca. 12.000 Teilnehmern. 10 Jahre nach der Umstellung der vhs-Verwaltung auf EDV (1994) ist eine nicht-computer-gestützte Organisation nicht mehr vorstellbar.

2005
Die Volkshochschule nimmt am ESF-geförderten Projekt zur „Implementierung eines Qualitätsmanagements an bayerischen Volkshochschulen“ teil und ist über den Bayerischen Volkshochschulverband Mitglied der European Foundation for Quality Management (EFQM)

2006
Im Zuge des QM-Prozesses entwickelt und publiziert die vhs ein Leitbild, in dem Selbstverständnis und Aufgabenspektrum der Volkshochschule Schwandorf festgelegt werden.

September 2012
Die Volkshochschule der Stadt Schwandorf nutzt ab dem Herbst-/Wintersemester 2012/13 die neu gestalteten Räume des sanierten historischen Pfleghofs (16. Jh.) für Verwaltung und Lehrbetrieb. Schwandorf besitzt damit eine moderne, attraktive und zentral gelegene Volkshochschule, die mit ihrem vielfältigen Angebot allen Bürgerinnen und Bürgern offen steht.

Aktueller Stand:
Personelle Ausstattung: ein ehrenamtlicher Leiter, zwei hauptamtliche pädagogische Mitarbeiter (HPM/Geschäftsführer, jeweils Teilzeit, gesamt 1,4 Stellen), 3 Verwaltungskräfte (jeweils Teilzeit, gesamt 1,75 Stellen).
Das Angebot der Volkshochschule Schwandorf wurde kontinuierlich von Semester zu Semester erweitert und verbessert. 2017 besuchten rund 20.000 Teilnehmer/-innen insgesamt über 1.000 vhs-Veranstaltungen mit 4000 Unterrichtseinheiten (= Doppelstunden á 90 Min). Ca. 75 % der vhs-Teilnehmer sind Frauen. Ungefähr 55 % der Teilnehmer wohnen in Schwandorf, 45 % kommen aus dem Landkreis und darüber hinaus.
 
 

 

von hinten nach vorne:
Franz Xaver Huber, Erhard Sailer, Barbara Genzken-Schindler, Doris Kruschina, Petra Bruckner, Christine Maier